Schlagwort: Tag der Arbeit

Teil 2: Der 9. Mai in Stavropol oder Von Panzer-Kinderwägen, Männern mit Bärten und dem „unsterblichen Regiment“

Der neunte Mai, frühmorgens. Schwere Wolken hängen über der Stadt und haben sich vorsorglich die besten Plätze für die Militärparade gesichert. Ein weiterer Blick aus dem Fenster macht klar: Es wird einen Massenkampf der Schirme geben. Wenigstens wäscht der penetrante Dauerregen den beißenden Farbgeruch aus der Innenstadt. Wer im Frühling schon mal in Russland war, kennt die Szene: Überall werden Zäune, Spielplätze, Bänke und Laternenpfähle gestrichen. Schön über die dicke Schmutzschicht, unter der die Farbe vom letzten Jahr sowieso kaum noch zu erkennen ist. Echte Handarbeit mit Pinsel wurde inzwischen von praktischen Farbsprühgeräten abgelöst. Im häufig windigen Stavropol verteilt sich dabei der Sprühnebel sofort unter den vorbeieilenden Passanten; aber der Sprüher ist normalerweise ausdauern und ein Teil der Farbe landet schließlich doch an ihrem Bestimmungsort. Pünktlich zum 9. Mai glänzt die Stadt. Dieses Jahr nur leider nicht im Sonnenlicht.

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Teil 1: Mai in Stavropol oder Zwischen Schaschlyki, Sonnenblumenkernen und Pizza

Mai in Stavropol. Tief durchatmen, denn über die Feiertage hat die Menge der Autos auf den Straßen unerwartet abgenommen. Kurz innehalten und dem Zwitschern der Vögel lauschen und beim Blick in die Bäume feststellen, dass das zarthelle Grün das Sonnenlicht besonders schön reflektiert. Bei plötzlich fast 30 Grad fühlt sich die dünne Kleidung auf der Haut ungewohnt leicht und befreiend an. Überall blühen Tulpen in den öffentlichen Grünanlagen und die Springbrunnen haben ihren perligen Wassertanz begonnen.

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