Schlagwort: Interkulturell

Teil 2: Der 9. Mai in Stavropol oder Von Panzer-Kinderwägen, Männern mit Bärten und dem „unsterblichen Regiment“

Der neunte Mai, frühmorgens. Schwere Wolken hängen über der Stadt und haben sich vorsorglich die besten Plätze für die Militärparade gesichert. Ein weiterer Blick aus dem Fenster macht klar: Es wird einen Massenkampf der Schirme geben. Wenigstens wäscht der penetrante Dauerregen den beißenden Farbgeruch aus der Innenstadt. Wer im Frühling schon mal in Russland war, kennt die Szene: Überall werden Zäune, Spielplätze, Bänke und Laternenpfähle gestrichen. Schön über die dicke Schmutzschicht, unter der die Farbe vom letzten Jahr sowieso kaum noch zu erkennen ist. Echte Handarbeit mit Pinsel wurde inzwischen von praktischen Farbsprühgeräten abgelöst. Im häufig windigen Stavropol verteilt sich dabei der Sprühnebel sofort unter den vorbeieilenden Passanten; aber der Sprüher ist normalerweise ausdauern und ein Teil der Farbe landet schließlich doch an ihrem Bestimmungsort. Pünktlich zum 9. Mai glänzt die Stadt. Dieses Jahr nur leider nicht im Sonnenlicht.

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Russländischer Patriotismus oder Tag des Vaterlandsverteidigers

Panzer

Der 23. Februar (Den` zashchitnika otetschestva) ist in Russland ein staatlicher Feiertag und somit arbeitsfrei. Im Jahr 1922 von den Bolschewiki eingeführt, ist er etwas älter als der Tag des Sieges am 9. Mai. An diesem Tag wird den Menschen gedacht, die sich aktiv an der Verteidigung des Vaterlandes beteiligt haben oder dies tun. Doch auch wer nicht gedient hat, wird beschenkt, insofern er männlich ist. Ein russischer Männertag also, der die ganz kleinen Männer mit einschließt. In unserer kleinen Familie ist das kein unwichtiger Tag. Immerhin 80% der Familienmitglieder sind direkt davon betroffen.

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