Lieblingsorte in Stavropol – Natur in der Großstadt

Warum mag ich eigentlich Stavropol? Es ist mit seiner Größe von knapp 500.000 Einwohnern eine erstaunlich grüne Stadt mit viel Waldfläche und großen Parks. Wenn Schnee liegt – was leider dieses Jahr recht selten war – , kann man an vielen Orten Schlitten und Poporutscher fahren.

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Blick auf den See Singeleeskoe, der als Trinkwasserreservois für Stavropol genutzt wird. Hier ist Schlittenfahren verboten.

Auch im Winter braucht man bei Sonnenschein unbedingt eine Sonnenbrille, wenn man aus dem Haus geht. Wenn ich dann im Botanischen Garten bei uns gegenüber Joggen gehe, glitzert es überall märchenhaft und neben meinen frischen Fußabdrücken im Schnee sind in dem weitläufigen Gelände meist nur Spuren von Hasen und wilden Hunden zu sehen. Die Babuschka am Kassenhäuschen hat mich wieder heimlich durchgewunken…

Mein absoluter Lieblingsort liegt im Zentrum und nur 10 Gehminuten von der Uni entfernt. (Fünf davon durch den Wald.) Der Komsomolskij prud oder Komsomol-See. Umgeben von Wald befindet er sich in einer Senke mitten in der Stadt und gleichzeitig in einer anderen Welt. Hier kann ich wunderbar abschalten, frische Luft tanken und mich im Sommer freischwimmen.

Wenn man einen weiteren kleinen Spaziergang durch den Wald macht, gelangt man zu den „Kalten Quellen“. Dies ist nur einer von mehreren Orten, an denen man natürliche Quellen in ein Becken leitet, das Mutige zum Schwimmen und Abkühlen zu jeder Jahreszeit nutzen. Mich beeindrucken stets die alten Männer und Frauen, die sich in Badekleidung im Winter in das eisige Wasser stürzen. Nicht nur zum orthodoxen Feiertag der Taufe (Kreschtschenie) am 19. Januar.

Nicht zum Baden, aber ebenfalls zum Runterkommen ist der Kraftsovo ozero oder Kraftsov-See, etwas 15 Minuten von Stavropol entfernt. Seitdem die Jungs echte Angeln bekommen haben, beobachten wir die Angler nicht länger, sondern fangen selbst Krebse und kleine Fische (die dann wieder freigelassen werden, in der Hoffnung, nicht traumatisiert worden zu sein). Idyllisch, mit Sonnenuntergangsgarantie und interessanten Bekanntschaften.

Stavropol selbst liegt auf 600m Höhe, aber rundherum ist es flach und bis zum Kaukasusgebirge muss man noch etwa drei Stunden fahren. Nur 20 km vor der Stadt befindet sich dafür der 800 m hohe Berg Strizhament, der gleichzeitig ein Naturschutzgebiet und beliebtes Ausflugsziel ist. Wir wandern dort gern im Frühling (überall Bärlauchduft!) und Herbst.

Immer wieder neue Ecken kann man auf dem Koryto entdecken. Wiesen, Hügel, Sümpfe, Lichtungen, Wälder, Quellen – ein schier unendliches Gelände, das direkt hinter dem Militärkrankenhaus beginnt, ganz in der Nähe von unserem Kindergarten.

Als archäologische Ausgrabungsstätte, die bisher nur zu einem winzigen Teil erschlossen ist, und sich ähnlich dem Koryto durch Weite, Wiesen und Wald auszeichnet, ist Tatarskoe gradilischtsche auch für viele Einheimische noch ein Geheimtipp. Im Süden der Stadt gelegen.

Ebenfalls im Süden (auf der anderen Seite des Kraftsovo-Sees) wohnt unser Freund Dima in einer Datschensiedlung. Wie er leben einige Datschenbesitzer dauerhaft dort, andere nur im Sommer. Strom ist vorhanden, Wasser und Gas jedoch nicht. Auch der Weg in die Siedlung ist etwas holprig. Dafür genießen die Bewohner Ruhe und Natur. Wir lieben es besonders, bei Dima zu grillen.

Fazit: Stavropol hat unglaublich viel Natur… Und wir haben immer noch nicht alles gesehen!

2 Gedanken zu „Lieblingsorte in Stavropol – Natur in der Großstadt

  1. Hallo!
    Gefällt mir, dein Beitrag mit den Fotos und den Beschreibungen.
    Das ist richtig herzerfrischend zu sehen, auch dort leben ganz normale Menschen.
    Für unsere Medien existiert Russland mit normalen Menschen im Alltagsleben nicht. Kommt von Russland etwas, dann ist es Putin und ausschließlich negativ besetzt.
    Berichterstattungen, in denen Normales, Positives vermittelt werden, fehlen komplett. Ausschließlich Widerstandskämpfer und Bürgerrechtler kommen zu Wort. Nur die passen in die Berichterstattung. Bildbeiträge werden steht so aufgenommen, das Ansammlungen von 100 Menschen wie 10 000 aussehen, natürlich im Protest gegen die Politik.
    Mach weiter so! Ich sende deine Beiträge immer auch an meine Freunde und Bekannten weiter.

    LG Peter aus Bad Köstritz

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